Unternehmen und Demokratie: Warum wirtschaftliche Verantwortung über Märkte hinausgeht
Die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft verändert sich. Während lange Zeit vor allem wirtschaftliche Kennzahlen im Mittelpunkt standen, rücken heute zunehmend gesellschaftliche Verantwortung, Nachhaltigkeit und demokratische Werte in den Fokus. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Beitritt der KION Group zur „Charta der Demokratie“ – einer Initiative der KfW.
Die Initiative zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliches Engagement zunehmend zusammengedacht werden und dass Unternehmen eine wichtige Rolle für eine stabile demokratische Gesellschaft spielen können.
Eine Initiative zur Stärkung der Demokratie
Die „Charta der Demokratie“ wurde von der KfW ins Leben gerufen. Ziel ist es, die demokratische Teilhabe auf kommunaler Ebene zu stärken und insbesondere Mitarbeitende zu ermutigen, sich politisch zu engagieren.
Neben der KION Group haben sich bereits mehrere große Unternehmen angeschlossen, darunter:
- Deutsche Börse AG
- Fraport AG
- Helaba
- PricewaterhouseCoopers
- SAMSON AG
Die Schirmherrschaft übernimmt die Hessische Staatskanzlei. Weitere Unternehmen sollen folgen.
Der Anlass für die Initiative ist unter anderem die Hessische Kommunalwahl 2026, doch die Ziele gehen weit darüber hinaus: Die beteiligten Unternehmen wollen langfristig dazu beitragen, demokratische Werte in der Gesellschaft zu stärken.
Kommunalpolitik braucht Engagement
Ein besonderer Fokus der Initiative liegt auf der Kommunalpolitik. Städte, Gemeinden und Landkreise sind das Fundament der Demokratie – gleichzeitig basiert ein Großteil der politischen Arbeit auf ehrenamtlichem Engagement.
Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in Gemeindevertretungen oder lokalen Ausschüssen neben ihrem Beruf. Genau hier setzt die Initiative an: Unternehmen sollen Mitarbeitenden ermöglichen und erleichtern, solche Aufgaben zu übernehmen.
Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich daher unter anderem dazu,
- eine Unternehmenskultur zu fördern, die demokratische Werte aktiv unterstützt
- Mitarbeitende über Möglichkeiten kommunalpolitischen Engagements zu informieren
- Raum für politischen Dialog und Austausch zu schaffen
Damit wird Demokratie nicht nur als politisches System verstanden, sondern auch als Teil der Unternehmenskultur.
Demokratie als Teil der Unternehmenskultur
Für die KION Group ist der Beitritt zur Charta Ausdruck eines umfassenderen Verständnisses von gesellschaftlicher Verantwortung.
Valeria Gargiulo, Chief People & Sustainability Officer des Unternehmens, betont die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements:
„Kommunalpolitik lebt vom Ehrenamt. Als Arbeitgeber tragen wir unseren Teil dazu bei, demokratische Werte zu stärken und unterstützen unsere Mitarbeitenden dabei, sich kommunalpolitisch zu engagieren.“
Neben der praktischen Unterstützung für kommunalpolitische Tätigkeiten setzt das Unternehmen auch auf Weiterbildung und Sensibilisierung. Ziel ist es, Mitarbeitende über demokratische Prozesse zu informieren und den Austausch über gesellschaftliche Werte zu fördern.
Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen
Ein wichtiger Bestandteil dieser Maßnahmen sind Lern- und Dialogangebote. Dabei arbeitet die KION Group mit dem Business Council for Democracy zusammen.
Der Business Council for Democracy ist eine gemeinsame Initiative der
- Hertie-Stiftung
- Robert Bosch Stiftung
- Institute for Strategic Dialogue Germany
Ziel des Programms ist es, Mitarbeitende für demokratische Werte zu sensibilisieren, Medienkompetenz zu stärken und konstruktiven gesellschaftlichen Dialog zu fördern.
Wirtschaftliche Stärke braucht stabile Institutionen
Der Beitritt zur „Charta der Demokratie“ steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung: Immer mehr Unternehmen erkennen, dass wirtschaftlicher Erfolg langfristig eng mit stabilen demokratischen Institutionen verbunden ist.
Besonders deutlich wird diese Verbindung auf lokaler Ebene, etwa bei sogenannten Hidden Champions. Diese häufig mittelständisch geprägten Unternehmen sind wirtschaftlich bedeutende Akteure in ihren jeweiligen Kleinstädten. Sie zählen vor Ort zu den größten Arbeitgebern und tragen durch ihre wirtschaftlichen Aktivitäten maßgeblich zur regionalen Entwicklung bei.
Ihr Beitrag reicht von der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen über die Generierung von Kaufkraft bis hin zu erheblichen Steueraufkommen. Gleichzeitig sind sie oft eng mit ihren Standorten verbunden und treiben Unternehmensentwicklungen bewusst vom Stammsitz aus voran.
Gerade diese enge Verflechtung mit der lokalen Wirtschaft und Gesellschaft macht deutlich, wie stark Unternehmen auf funktionierende demokratische Strukturen angewiesen sind und wie groß zugleich ihr Einfluss auf deren Stabilität ist.
Demokratische Systeme bieten:
- verlässliche Rechtsstaatlichkeit
- stabile Rahmenbedingungen für Investitionen
- transparente Entscheidungsprozesse
- gesellschaftlichen Zusammenhalt
Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Transformation und gesellschaftlicher Polarisierung gewinnt diese Perspektive an Bedeutung.
Ein gemeinsames Signal der Wirtschaft
Auch aus Sicht der KION Group geht es bei der Initiative um ein klares Signal. Markus Georgi, Leiter Investor Relations & Group Communications des Unternehmens, fasst dies so zusammen:
„Integrität, Zusammenarbeit und Courage sind zentrale Werte von KION – global, regional und lokal. Mit der ‚Charta der Demokratie‘ setzen wir gemeinsam mit den teilnehmenden Unternehmen ein Zeichen für die Bedeutung der Kommunalpolitik und des Ehrenamts für eine lebendige Demokratie.“
Fazit
Die „Charta der Demokratie“ zeigt, wie Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung aktiv wahrnehmen können. Indem sie Mitarbeitende beim kommunalpolitischen Engagement unterstützen und demokratische Werte in der Unternehmenskultur verankern, leisten sie einen Beitrag zu einer stabilen und lebendigen Demokratie.
Für Unternehmen ist das nicht nur ein gesellschaftliches Engagement – sondern auch eine Investition in das Fundament einer funktionierenden Wirtschaft.
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