Intelligentes Energiemanagement in der Logistik: Wie Jungheinrich neue Maßstäbe setzt
Wenn Logistik auf Energie trifft
Die Energiewende findet nicht nur auf politischer Ebene statt, sondern wird zunehmend im operativen Geschäft von Unternehmen entschieden. Besonders in energieintensiven Bereichen wie der Intralogistik entstehen aktuell Lösungen, die ökologische und ökonomische Vorteile miteinander verbinden.
Ein Beispiel dafür liefert die Jungheinrich AG, ein Portfoliounternehmen des SHC Fonds. Mit intelligentem Lastmanagement zeigt das Unternehmen, wie sich Logistikprozesse effizienter, nachhaltiger und resilienter gestalten lassen.
Praxisbeispiel: Foppa als Vorreiter
Moderne Lager- und Distributionszentren stehen vor einer doppelten Herausforderung: steigende Energiepreise und ein wachsender Druck zur Dekarbonisierung. Gleichzeitig investieren viele Unternehmen in eigene Energieerzeugung, etwa durch Photovoltaikanlagen. Dabei entsteht jedoch häufig ein strukturelles Problem, denn Erzeugung und Verbrauch fallen zeitlich auseinander.
Ein anschauliches Beispiel ist das italienische Lebensmittelgroßhandelsunternehmen Foppa. Am Standort Egna betreibt das Unternehmen eine Photovoltaikanlage mit rund 1 MWp Leistung und produziert damit einen erheblichen Teil seines Strombedarfs selbst. Die Herausforderung liegt jedoch darin, dass die Solaranlage vor allem tagsüber Strom liefert, während der Energiebedarf – etwa für Kühlzellen und Flurförderzeuge – häufig in den Abend- und Nachtstunden anfällt. Daraus ergibt sich die zentrale Frage, wie sich selbst erzeugter Solarstrom optimal in die Logistik integrieren lässt.
Aktives Lastmanagement als Schlüsseltechnologie
Die Antwort liefert das sogenannte Active Load Management der Jungheinrich AG. Im Gegensatz zu klassischen, zeitgesteuerten Ladesystemen arbeitet diese Lösung dynamisch und in Echtzeit. Ladezeitpunkte werden flexibel an die aktuelle Solarstromproduktion angepasst, während die Ladeleistungen kontinuierlich optimiert werden. Gleichzeitig berücksichtigt das System Netzlasten und bestehende Energieverträge.
Durch die direkte Anbindung an das Energiemanagement des Unternehmens wird sichergestellt, dass Flurförderzeuge bevorzugt dann geladen werden, wenn Solarstrom verfügbar ist. So entsteht eine intelligente Verbindung zwischen Energieerzeugung und operativem Betrieb.
90 Prozent Eigenstrom ganz ohne Batteriespeicher
Das Ergebnis dieser intelligenten Steuerung ist bemerkenswert: Rund 90 Prozent der Energie für die Flurförderzeugflotte stammen aus selbst erzeugtem Solarstrom – und das ohne den Einsatz zusätzlicher stationärer Batteriespeicher.
Möglich wird dies durch das Zusammenspiel von intelligentem Lastmanagement, moderner Lithium-Ionen-Technologie und einer kontinuierlichen Abstimmung von Energieerzeugung und Verbrauch. Insbesondere Lithium-Ionen-Batterien bieten hier entscheidende Vorteile, da sie flexibel und auch kurzfristig geladen werden können, was sie deutlich effizienter macht als klassische Blei-Säure-Systeme.
Mehr als Nachhaltigkeit: Ein wirtschaftlicher Vorteil
Was zunächst wie ein reines Nachhaltigkeitsthema erscheint, erweist sich in der Praxis als klarer wirtschaftlicher Hebel. Durch den erhöhten Eigenverbrauch sinken die Energiekosten, während gleichzeitig die Abhängigkeit von volatilen Strompreisen reduziert wird. Zudem wird die Netzinfrastruktur entlastet, und Unternehmen gewinnen an Planungssicherheit.
Energie entwickelt sich damit zunehmend von einem reinen Kostenfaktor zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor.
Operative Vorteile im Alltag
Neben den energetischen Effekten bringt die Lösung auch spürbare Verbesserungen im täglichen Betrieb mit sich. Der Wegfall von Batteriewechseln und separaten Laderäumen reduziert den organisatorischen Aufwand erheblich. Gleichzeitig sinkt der Handlingaufwand, und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge steigt.
Diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass Digitalisierung und Elektrifizierung in der Logistik eng miteinander verzahnt sind und gemeinsam Effizienzpotenziale heben.
Relevanz für den SHC Fonds
Als Portfoliounternehmen des SHC steht die Jungheinrich AG exemplarisch für eine Investmentphilosophie, die auf langfristige Trends und unternehmerische Qualität setzt. Der dargestellte Anwendungsfall verdeutlicht, wie technologische Kompetenz in konkrete Wettbewerbsvorteile übersetzt werden kann und wie sich Nachhaltigkeit und Profitabilität gegenseitig verstärken.
Gerade diese Kombination macht Unternehmen wie Jungheinrich zu attraktiven langfristigen Investments, insbesondere in einem Umfeld struktureller Veränderungen.
Fazit
Das Projekt bei Foppa zeigt eindrucksvoll, wie sich erneuerbare Energien intelligent in industrielle Prozesse integrieren lassen – ohne zusätzliche Infrastrukturkosten und mit unmittelbarem wirtschaftlichem Nutzen. Für die Jungheinrich AG ist dies weit mehr als ein Einzelfall. Es ist ein Beispiel dafür, wie das Unternehmen die Transformation der Logistik aktiv mitgestaltet.
Die spannendsten Chancen entstehen dort, wo Technologie, Nachhaltigkeit und operative Exzellenz zusammenkommen. Die Sustainable Hidden Champions sind hier bestens positioniert.
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