Megatrends und ihr Einfluss auf den Finanzmarkt

Robo-Advisors, Wasserstoff, Veganuary – sie alle haben ein Trendpotenzial und haben die Finanzmärkte teilweise in der jüngsten und jüngeren Vergangenheit ordentlich gefesselt. So schnell wie solche Trends jedoch aufpoppen, können sie schon wieder ins kollektive Vergessen geraten. Wir gehen heute daher der Frage nach: Welche Trends sind gekommen um zu bleiben?

Ein Trend ist nicht gleich Trend

Hinter dem Begriff „Trend“ verbirgt sich zunächst lediglich das Potenzial „eine große Sache“ zu werden und starke Aufmerksamkeit zu generieren. Auf diese Aufmerksamkeit reagieren dann EndkonsumentInnen (und kaufen den sündhaft teuren Bubble Tea) und auch Produktanbieter, in unserer Branche also der Finanzmarkt (indem er passende Produkte kreiert und anbietet). Der Wermutstropfen an der ganzen Geschichte: In schlimmstenfalls 2-4 Monaten ist der „Hype“ vorbei und der ehemals gefeierte Trend nur noch Schnee von gestern. Die Bubble Tea Läden, die vorher wie Pilze aus dem Boden schossen, müssen wieder schließen, der Finanzmarkt rotieren, um die entwickelten Produkte anzupassen und weiterhin attraktiv für AnlegerInnen zu halten.
Doch es gibt sie, nämlich die Trends, welche unsere Gesellschaft und die Märkte langfristig beeinflussen werden, weil sie größer sind, allumfassender und mehr einem Strukturwandel gleichen.

 

Schon diesen Begriff gehört: „Megatrends“?

Megatrends werden sie genannt. Und seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich das Zukunftsinstitut mit ihnen, untersucht ihre Dynamiken und ihren Einfluss auf die Welt.
Und wie genau kann man das Wort verstehen? Das Zukunftsinstitut hält folgende Definition bereit:

Lawinen in Zeitlupe – dieses Bild beschreibt Megatrends ganz gut, denn Megatrends entwickeln sich zwar langsam, sind aber enorm mächtig. Sie wirken auf alle Ebenen der Gesellschaft und beeinflussen so Unternehmen, Institutionen und Individuen.“

Um diese Lawinen in Zeitlupe zu erkennen gibt es klare Kriterien:

 

Das Zukunftsinstitut erklärt diese vier Kriterien wie folgt:

  • Dauer
    Megatrends haben eine Dauer von mindestens mehreren Jahrzehnten.
  • Ubiquität
    Megatrends zeigen Auswirkungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, in der Ökonomie, im Konsum, im Wertewandel, im Zusammenleben der Menschen, in den Medien, im politischen System etc.
  • Globalität
    Megatrends sind globale Phänomene. Auch wenn sie nicht überall gleichzeitig und gleich stark ausgeprägt sind, so lassen sie sich doch früher oder später überall auf der Welt beobachten.
  • Komplexität
    Megatrends sind vielschichtige und mehrdimensionale Trends. Sie erzeugen ihre Dynamik und ihren evolutionären Druck auch und gerade durch ihre Wechselwirkungen.

Da Megatrends so allumfassend sind und ein enormes Veränderungspotenzial mit sich bringen bilden sie „die Grundlage für die Evolution ganzer Wirtschaftsbereiche und sind vielfach der Ausgangspunkt weitreichender Strategien in Unternehmen und anderen Organisationen“. Das bedeutet konkret: Diejenigen, die die Megatrends erkennen und ihr Geschäftsmodell an diese ausrichten, profitieren von den strukturellen Veränderungen, welche auf uns zukommen werden. Doch wie viele Megatrends hat das Zukunftsinstitut ausgemacht?

Ein Trend der glücklicherweise nicht gekommen ist, um zu bleiben: Fidget Spinners

Die 12 Megatrends des Zukunftsinstituts

12 zentrale Treiber des Wandels innerhalb von Wirtschaft und Gesellschaft hat das Zukunftsinstitut identifiziert. Diese sollen unsere Zukunft mittel- und langfristig prägen. Außerdem sammeln sich unter einem Megatrend, z.B. Neo-Ökologie, mehrere sogenannte Subtrends – im Falle der Neo-Ökologie so zum Beispiel Green Tech, Urban Farming sowie Achtsamkeit. Und: Ein Subtrend kann auch wieder Teil eines anderen Megatrends sein: Achtsamkeit beispielsweise gilt als Subtrend innerhalb der Neo-Ökologie, daneben aber auch bei den Megatrends Gesundheit und Individualisierung.
Alle Megatrends mitsamt ihren Subtrends und Überschneidungen finden sich in der sogenannten Megatrend-Map des Zukunftsinstitutes:

Quelle: Zukunftsinstitut | Zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken

Was bedeuten Megatrends für die Finanzbranche?

Doch was hat das alles mit uns, also avesco, oder mit der Finanzbranche im Allgemeinen zu tun? Warum sind Megatrends für uns relevant? Das Zukunftsinstitut gibt hier folgende Antwort:

„Als größte Treiber des Wandels erzeugen Megatrends epochale Veränderungen, die auch die Wirtschaft nicht nur kurzfristig, sondern auf mittlere bis lange Sicht prägen. Sie entfalten ihre Dynamik zwar über Jahrzehnte, können aber auch die Grundlage für vergleichsweise schnelle Durchbrüche auf den Märkten und für Disruptionen sein. Sie formen langfristig gesamte Gesellschaften um und zwingen nicht selten ganze Branchen dazu, ihre Strukturen und Geschäftsmodelle neu auszurichten.“

Aha, Megatrends haben also das Potenzial, unser Geschäftsmodell zu validieren oder aber zu annullieren. So gesehen, ergibt es Sinn diese als Instrument innerhalb des strategischen Managements einzusetzen.

 

Und so gibt es bereits erste Produkte innerhalb der Finanzbranche, die diese großen Trends aufgreifen und in ihren Allokationsprozessen berücksichtigen. So gibt es erste Multi-Themenfonds, schreibt Das Investment in einem Artikel aus dem vergangenen Winter, welche verschiedene Megatrends der Zukunft einfangen und entsprechende Unternehmen allokieren. Klassische Branchen innerhalb dieser: Digitale Technik, Gesundheit, Biotechnologie und Umweltschutz.

Auch der avesco Sustainable Hidden Champions Aktienfonds (SHC) oder unser European Social Innovation and Impact Fonds (ESIIF) folgen diesen Megatrends – selektieren jedoch nochmal genauer aus: Nachhaltigkeit muss holistisch gewährleistet werden, Impact nachweisbar generiert werden. Welche Megatrends greifen die Unternehmen in unseren Portfolien auf? Hier ein paar Beispiele für beide Fonds:

Fonds Portfolio-Unternehmen Bedient Megatrend Bedient Subtrend
avesco SHC Symrise Neo-Ökologie Plant Based
  technotrans Mobilität E-Mobility
avesco ESIIF SirPlus Neo-Ökologie Zero Waste
  bettermarks Wissenskultur Bildungsbusiness

Für alle, die unsere beiden Fonds noch nicht kennen, lohnt es sich, einmal in unsere Webinare (SHC | ESIIF) reinzuschauen.

Autorin: Elisabeth Schaper

 

PS: Jenen, die dennoch mit den eingangs erwähnten Wasserstoff-Investments liebäugeln, kann der folgende Artikel empfohlen werden: https://capinside.com/c/die-hype-aktien-auf-talfahrt-warum-an-wasserstoff-trotzdem-kein-weg-vorbeifuehrt


Verwendete Quellen:
https://www.zukunftsinstitut.de/dossier/megatrends/#definition
https://www.dasinvestment.com/uploads/fm/1603270711-DI_1120_Gesamt.pdf