Emmi – Grüner Weg des weißen Goldes

Nachhaltige Milchverarbeitung: Die Emmi AG machts vor

Die Emmi AG ist eine der rund 54 nachhaltigen Hidden Champions im SHC-Fonds. In unserem Blog stellen wir Ihnen diese beeindruckenden Unternehmen, sowohl in Form von Interviews, als auch durch exklusive Einblicke in die Firmengeschichte vor.

Milch und Nachhaltigkeit
Milch ist aus unserer Küche für viele Menschen nicht wegzudenken. Wir trinken sie morgens in unserem Kaffee oder essen sie verarbeitet als Käse. Doch was bedeutet dieser Konsum für unsere Umwelt? Laut der Food and Agriculture Organization (FAO) der UN entfallen 2,7% der weltweit verursachten Emissionen auf die Milchproduktion. An dieser Stelle knüpft Emmi an. Das Schweizer Unternehmen hat das Einsparungspotential seiner Branche erkannt und setzt sich für eine ökologische und soziale Umstrukturierung der Milchwirtschaft ein.

© Emmi AG

Was macht Emmi besonders?
Mit einer breiten Produktpalette ist Emmi nicht nur auf dem heimischen sondern auch auf dem internationalem Markt zuhause. Eine Besonderheit des Unternehmens ist die enge Beziehung zu seinen Lieferanten, den Milchbauern. Mehr als die Hälfte der Unternehmensaktien wird von den eigenen Milchlieferanten gehalten, wodurch sie maßgeblich an der Strategie des Unternehmens mitbeteiligt sind.

Aktuelles Ziel: Reduktion der Emissionen um 25% bis Ende 2020
Neben der sozialen Verantwortung ist die ökologische Nachhaltigkeit ein Kernthema von Emmi. Das Unternehmen verpflichtete sich zu einer Reduktion des globalen CO2-Ausstosses um 25% bis Ende 2020. Ein ambitioniertes Ziel. Denn die Milchverarbeitung benötigt viel Energie fürs Erwärmen und Kühlen, Pumpen und Homogenisieren. Da sich an den Produktionsabläufen nur wenig verändern lässt, sieht Emmi die größte Stellschraube in der Beschaffung der Energie aus regenerativen Quellen. Das bedeutet im Klartext: keine Investitionen in Technologien, die fossile Energieträger benötigen und mehr Bezug von nachhaltig gewonnenem Strom. Spätestens 2050 möchte der Schweizer Marktführer sämtliche Produktionsbetriebe komplett mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen. Die Nase vorne hat bisher der heimische Schweizer Markt. Seit Anfang 2017 werden alle Schweizer Standorte mit Strom aus Wasserkraft versorgt. Das reduziert die jährlichen CO2-Emissionen um 14.500 Tonnen. Einen noch etwas größeren Beitrag leisten die Emmi Betriebe in Europa, deren Umstellung auf Strom aus Wasserkraft jährliche Einsparungen von 17.500 Tonnen CO2-bringt.

Die Gläserne Molkerei

© Emmi AG

Um ihr Engagament im Bereich der Biomilch-Produktion auch fernab des Schweizer Markts fortzusetzen, übernahm Emmi 2016 die Gläserne Molkerei, eine bedeutende Biomilchverarbeiterin im Nordosten Deutschlands. Die Gläserne Molkerei verarbeitet an ihren zwei Standorten Bio-Milch und stellt daraus Trinkmilch, Butter, naturgereiften Käse und andere hochwertige Milchprodukte her.

Im Unternehmensfokus: Die ökologische als auch soziale Nachhaltigkeit
Mit ihren Geschäftstätigkeiten zahlt die Emmi AG auf die folgenden Sustainable Development Goals (SDGs) ein – die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung:

Emmi liegt mit ihrer Entlohnung der Milchlieferanten über dem Branchendurchschnitt, unterstützt die Landwirte bei der Umstellung auf eine nachhaltige Produktion und gewährt ihnen Abnahmesicherheit bei Milchüberproduktion. Die überschüssige Milch wird von Emmi im Ausland verkauft. Durch diese Maßnahmen zahlt Emmi maßgeblich auf das SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ ein.
Emmi trägt zum SDG 12 „Verantwortungsvoller Konsum und Produktion“ bei, indem das Unternehmen die nachhaltige Entwicklung der Schweizer Milchindustrie vorantreibt. Das Unternehmen hat sich für den Schweizer Markt das Ziel gesetzt, bis 2020 die Milch ausschließlich von nachhaltigen Milchlieferanten einzukaufen.
Mit seinen Geschäftsaktivitäten unterstützt Emmi das SDG 15 „Leben an Land“, da Emmi wesentlich zur Entwicklung des Schweizer Branchenstandards für Milch beigetragen hat und dies weiterhin tut. Dieser enthält u.a. folgende Anforderung zur Verwendung von Sojaschrot: „Sojaschrot, der an die Milchkühe verfüttert wird, muss nachweislich aus nachhaltigem Anbau stammen.“ Weiterhin umfasst der Standard ein Kriterium zur Biodiversität.

Emmi AG / Branche: Nahrungsmittel/ Gegründet: 1907/1993/ Mitarbeitende: ca. 6.151/ Aktienkurs / Artikel veröffentlicht: September 2020

Autorin: Marie Schönig