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Das Land voller Kontraste: Israel - ein Reisebericht

Beim Check In begegneten wir der israelischen Basketballnationallmanschaft, die nach einem Auswärtsspiel in Berlin ihre Heimreise antrat. Am Flughafen Ben Gurion von Tel Aviv angekommen, begann für uns die Rundreise mit einer Vielzahl von Eindrücken.

In Tel Aviv, einer etwa 100 Jahre jungen pulsierenden Metropole am Mittelmeer mit der modernen Skyline und ihrer über 5000 Jahre alten Altstadt Yaffa, geht jedes Zeitgefühl verloren. Nach der Stadtbesichtigung genießen wir die für Anfang März unerwartet sommerlichen 32°C am Strand von Tel Aviv.

Am Morgen geht es entlang der Mittelmeerküste nach Ceasarea. Hier ließ einst König Herodes zu Ehren des römischen Kaisers Augustus prunkvolle Bauwerke errichten. Das Amphitheater mit seiner fast 100 Meter breiten Bühne, ein riesiger Hippodrom, Geschäftsstraßen, große Bäder und Palastanlagen sowie die gewaltigen Reste der St. Paulus Kathedrale, einer Kreuzfahrerkirche, wurden bei Ausgrabungen entdeckt. Anstelle des mittelalterlichen Hafens ist heute ein archäologischer Unterwasserpark. Zu den eindrucksvollsten Resten der Römerzeit gehört das Aquädukt, das die Stadt mit Wasser aus dem Karmelgebirge versorgte.

Weiter nördlich genießen wir einen einzigartigen Blick auf die am Hang des Karmelberges gelegene größte Hafenstadt Israels. Haifa ist eine Industriestadt und ein prominenter Wissenschaftsstandort dazu. Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt ist die Kuppel des Bahai-Schreines, inmitten eines zauberhaften Gartens. Direkt unterhalb des Schreines liegt das Deutsche Viertel. Vor 150 Jahren erbauten hier süddeutsche Siedler Häuser und lösten durch modernes Handwerk, Landwirtschaft, Industrie, Gesundheits- und Transportwesen Modernisierungsimpulse aus.

Im Norden Israels erreichen wir Akko, eine bereits im 14. Jahrhundert v. Chr. erwähnte Stadt mit etwa 46,5 Tsd Einwohnern, die von UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, da noch heute die unterirdische Kreuzfahrerstadt, die Stadtmauer und Teile des Hafens erhalten sind, und permanent neue Ausgrabungen erfolgen. Der Hafen von Akko zählt zu den ältesten der Welt und war ein bedeutender Knotenpunkt in der Antike.

Den nächsten Tag verbringen wir in Galiläa und besuchen einige heilige biblische Stätten, wie den Berg der Seligpreisungen und Tabha, den Ort der wundersamen Brotvermehrung, am See Genazareth, dem tiefstgelegenen Süßwassersee der Erde und größtes Wasserreservoir Israels. In Nazareth, wo Jesus seine Kinderjahre verbrachte, besichtigen wir die Verkündungsbasilika, erbaut am Ort von Jungfrau Marias Haus und die Kirche des Heiligen Joseph, gebaut auf den Ruinen landwirtschaftlicher Gebäude, wo Joseph, Marias Ehemann, sein Zimmermannsgeschäft hatte.
Mehrere Tage erkunden wir Jerusalem, durchlaufen die Stationen des Leidensweges Christi entlang der Via Dolorosa, die an der Grabeskirche endet, laufen durch die Gassen des orientalischen Bazars im moslemischen Viertel der Altstadt. Wir besichtigen den Ort des letzten Abendmahls und die jüdische Klagemauer. Vom Tempelberg, wo einst der große jüdische Tempel stand und sich heute die goldschimmernde Kuppel des Felsendoms, einem der bedeutendsten Bauwerke frühislamischer Kunst und die al-Aqsa-Moschee befinden, genießen wir den Blick auf das Kidrontal und den Ölberg. Auf dem Ölberg bewundern wir die uralten Olivenbäume im Garten Getsemani, besichtigen die Kirche der Nationen, die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche und das Mariengrab. Von der Aussichtsplattform genießen wir schließlich den Blick auf den ältesten jüdischen Friedhof am Hang des Ölbergs und auf die Altstadt von Jerusalem.

Über die Negev Wüste geht es zur Festung Masada, die wir mit einer Seilbahn erreichen. Hier staunen wir über die Überreste der einst von König Herodes errichteten Bauten und die dramatische Geschichte der Festung.

Am späten Nachmittag erreichen wir Ein Bokek am Toten Meer, den tiefsten Punkt der Erde und das Meer mit dem größten Salzgehalt. Hier gönnen wir uns die letzten Tage etwas Ruhe, schweben im Salzwasser und ordnen unsere Eindrücke und Erlebnisse. Fasziniert und überwältigt von der Gastfreundlichkeit der Menschen, der Aufbauleistung des Staates Israel, den Sicherheitsstandards, den einmaligen Kulturstätten und der grandiosen Leistung israelischer Archäologen treten wir unsere Heimreise an.

(Irina Schwarz)