
Dr. Andreas Renner, Managing Partner der GEXSI LLP beweist, dass in vielen sozialen Projekten nachhaltige Investitionsmöglichkeiten stecken.
GEXSI steht für ›The Global Exchange of Social Investment‹ und wurde 2001 am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos gegründet, nachdem mehrere Organisationen erklärten, dass es zu wenig Intermediäre zwischen den Weltfinanzmärkten und herausragenden Projekten in Entwicklungsländern gibt. Die Mission von GEXSI ist es Investoren und Projekte zueinander zu bringen.
Die Herausforderung dabei besteht im Wechsel zwischen gemeinnützigen Tätigkeiten – Philantrophie- und professionellen Investment-Dienstleistungen. Während kleinere Projekte, welche marktwirtschaftlich noch nicht ausgereift sind über die Stiftung unterstützt werden, wurde die GEXSI LLP gegründet um größere, professionellere Investitionen anbieten zu können.
Der Grundfokus ist dabei immer, Unternehmen, die ein soziales Problem in Entwicklungsländern lösen möchten, zu unterstützen. In diesem Bereich arbeitet GEXSI mit einem breiten Kreis von Partnern zusammen, unter anderem Stiftungen, Social Venture Capital Fonds und Entwicklungsbanken, um härtere und weichere Finanzierungsmittel zusammenzubringen.
GEXSI engagiert sich in verschiedenen Projekten in Entwicklungsländern, zum Beispiel sehr stark in einem Nationalparkprojekt in Madagaskar. Das von GEXSI initiierte Aufbauprojekt, bei dem Jatropha-Bäume als Schutzwall vor Brandrodung um den Nationalpark angepflanzt werden, dient nicht nur dem Schutz des Waldes sondern bietet auch den Kleinbauern und den Kommunen vor Ort die Möglichkeit, durch den Anbau der Jatropha- Pflanze ein Einkommen zu generieren. »Diese Pflanze zeichnet sich dadurch aus, dass sie generell sehr anspruchslos ist. Hinzu kommt, dass die Früchte dieser Bäume lagerfähig sind und die ölhaltigen Nüsse gut transportabel sind. Dies erleichtert die Einbindung von Gemeinden in entlegenen Regionen, die oftmals am stärksten von Armut betroffen sind«, so Dr. Renner. Bis jetzt wurden etwa 70 Hektar gewonnen, das Potential liegt jedoch bei über 30.000 Hektar.
Das Projekt steht im krassen Gegensatz zu der heute unheimlich kontrovers geführten Diskussion um ›Fuel vs. Food‹, also ›Biokraftstoffe versus Nahrungsmittelproduktion‹. Das Projekt zeigt, dass es durchaus möglich ist, beides zu tun. Zum einen werden degradierte Flächen, die nicht nutzbar sind, wieder in Wert gesetzt und zum anderen ist diese Pflanze weder für Menschen noch für Tiere genießbar. Dies ermöglicht den Kleinbauern ihre Ziegen und Kühe zwischen den noch jungen Jatropha-Bäumen zu weiden, ohne dass diese Schaden nehmen. Das Öl der Jatropha- Bäume wird in den betreffenden Gemeinden künftig Dieseltreibstoff ersetzen, der bei Buschtaxis, Lastwagen sowie den vielen kleinen Stromgeneratoren zum Einsatz kommt. Es kann zudem statt Tropenholz zum Betreiben von Kochern und Lampen genutzt werden. Da das Öl sauber verbrennt, werden auch Gesundheitsrisiken eingedämmt.
Das Projekt bietet ein Investment in Biokraftstoffe. Gleichzeitig besteht ein hoher sozialer Nutzen, der für GEXSI die Motivation darstellt, sich hier zu engagieren.
Wer Interesse daran hat mit wenig Geld viel zu bewirken, oder auch klassisch in sozial leistungsfähige Projekte zu investieren, der informiert sich unter www.gexsi.org
Lesen Sie hier das komplette Interview mit Herrn Dr. Andreas Renner
(Katharina Unger)