
Eckard von Hirschhausen erklärt, wo es zu finden ist.
Ist der Knacks im Leben Programm?
Unglück gehört zum Leben genauso dazu wie das Glück. Aber eine frohe Botschaft aus der positiven Psychologie der letzten 10 Jahre ist: Die meisten Menschen zerbrechen nicht an Schicksalsschlägen, sondern gehen im Gegenteil gestärkt daraus hervor. Was viel mehr stresst als ›große‹ Ereignisse und wirkliches Unglück, sind viele kleine nervige Dinge, chronische Unzufriedenheit und Depression. Immer eine Frage der Balance. Der Knacks in uns ist evolutionär gewünscht, die Unzufriedenheit treibt uns an, die Suche nach dem Glück ist viel stärker ausgeprägt als die Fähigkeit, Glück zu genießen.
Es geht uns besser als je zuvor. Wir leben in Frieden, politischer Freiheit, in einem guten Gesundheits-system; warum sind wir nicht dauerglücklich?
Zu dieser Frage habe ich eine gewagte These: Wir Deutschen haben ein zusätzliches Hirnteil. Nicht nur den Stirnlappen, der plant, und den Seitenlappen, der vernetzt, sondern auch den Jammerlappen, der verhindert. Und der ist tatsächlich sehr aktiv. In Deutschland ist es ein Zeichen von Intelligenz, etwas zu meckern zu finden. Und sei es nur über die Mentalität der Deutschen!
Macht Geld glücklich?
Man sagt ja immer, dass Geld nicht glücklich macht. Das stimmt aber nur, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind. Für das Kind in Afrika wäre mehr Geld auch mehr Glück. Wir in Deutschland haben drei Mal so viel Geld wie 1950, sind aber nicht glücklicher.
Der erste Schritt zum Glück?
Wir kaufen uns Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld was wir nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen. Wer aus diesem Spiel aussteigt, hat den ersten Schritt zum Glück getan.
Wo liegt das Glück? Hier? Heute? Morgen? Zukunft?
Der einzige Moment, in dem ich wirklich glücklich sein kann ist JETZT. Und deshalb ist der beste Glückstipp immer noch: Leben Sie in der Gegenwart – es ist nicht immer toll, aber es gibt nichts Besseres!
Dauerglück wäre...?
Menschen sind immer dann glücklich, wenn etwas besser läuft als erwartet. Allerdings sind wir nicht auf der Welt, um dauerhaft glücklich zu sein. Das Belohnungssystem des Körpers funktioniert nur für den Moment. Es ist eine kurzfristige Belohnung für das Dazulernen. Haben wir uns an etwas gewöhnt, wird es schnell langweilig. Glück muss also vorbei gehen – zum Glück.
Macht es glücklich, andere Menschen glücklich zu machen? Zum Beispiel mit roten Nasen?
Für mich ist es ein großes Glück, andere Menschen glücklich zu machen. Deswegen unterstütze ich die ›Rote Nasen e.V.‹ und habe auch vor kurzem die Stiftung HUMOR HILFT HEILEN gegründet. Die Stiftung engagiert sich überregional, sammelt bei großen Sponsoren und unterstützt den Aufbau von neuen Gruppen und bringt Clowns in Krankenhäuser. Denn es gibt noch viele Kinder und Krankenhäuser, die ein Lachen mehr vertragen könnten.
Wenn Sie auch ein Lachen spenden möchten, dann klicken Sie einfach: http://www.humor-hilft-heilen.de/
(Christiane Meyer-Ricks)