
Was haben Henkel, Porsche, BMW, SAP, Sixt und Fielmann gemeinsam? Richtig, sie alle sind eigentümergeführte Unternehmen, also Unternehmen, bei denen die Gründerfamilien eine dominierende Rolle in Aufsichtsrat oder Vorstand spielen. Und sie alle sind lukrative Investments an der Börse.
Gemäß dem Institut für Mittelstandsforschung in Bonn sind über 95 % der deutschen Unternehmen Familienunternehmen. Sie erwirtschaften über 40 % der Unternehmensumsätze und stellen bundesweit 60 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse.
Familienunternehmen spielen aber nicht ›nur‹ volkswirtschaftlich eine wichtige Rolle, sie sind auch für Kapitalanleger äußerst interessant. Studien der Credit Suisse, Morgan Stanley und der Hypovereinsbank zeigen, dass die Wertentwicklung von familiengeführten Unternehmen die der managementgeführten Unternehmen um durchschnittlich 6 % übersteigt. Der Grund für die bessere Performance liegt in der längerfristigen Strategie, die Unternehmen auf Grund ihres Familieneinflusses haben. »Im Gegensatz zu Konzernen mit einer sehr breiten Aktionärsbasis konzentrieren sich diese Firmen weniger auf die nächsten Quartalsergebnisse«, heißt es beispielsweise bei der Credit Suisse.
Die Börsenindizes HAFixD und HAFixE geben eine Indikation für die Wertentwicklung von Familienunternehmen. Der HAFixD bildet die Wertentwicklung von 20 deutschen Familienunternehmen ab, der HAFixE die von 30 europäischen. Die längerfristige Ausrichtung der Familienunternehmen spiegelt sich auch hier wider. Auf 10-Jahressicht hat der HAFixD den DAX um 11,65 % p.a. und der HAFixE den Euro Stoxx 50 um 7,5 % p.a. übertroffen.
Für Familienunternehmer gilt es aber auch, einige Herausforderungen zu meistern. Wie können Unternehmensziele, Ziele als Anteilseigner und die der Familie unter einen Hut gebracht werden. Als Unternehmer steht der betriebswirtschaftlichen Erfolg und das Wachstum im Mittelpunkt. Als Anteilseigner eine ordentliche Kapitalrendite und als Familienmensch eine gute Vergütung. Es bestehen somit Zielkonflikte, die es zu lösen gilt.
Mit dem fortschreitenden Älterwerden gilt es auch eine Antwort auf die Frage zu finden, wer das Unternehmen weiterführen soll. Während sich diese Frage bei jungen Unternehmen noch recht leicht beantworten lässt, fällt eine Entscheidung bei älteren Unternehmen schon schwerer. Die Familie ist größer und es stehen mehrere mögliche Nachfolger bereit.
Der Unternehmer muss sich frühzeitig entscheiden, wer die Unternehmensnachfolge antreten soll. Ist die Entscheidung gefallen, gilt es, die Zustimmung der Familienmitglieder zu gewinnen und den Nachfolger/die Nachfolgerin auf die zukünftige Aufgabe vorzubereiten.
Ungeachtet aller familiären Abstimmungsschwierigkeiten, kann gerade die enge Verbindung zwischen Eigentümern und Firma dem Unternehmen in Krisenzeiten das Überleben sichern. Manager geführte Unternehmen kommen in schweren Zeiten dagegen oft ins Trudeln.
Die derzeitige Finanzkrise zeigt den Unterschied recht deutlich. Im Bankensektor haben Gier, Bonussysteme und fehlende Kontrollen dazu geführt, dass Manager unüberschaubare Risiken eingingen. Eigentümergeführte Unternehmen sind dagegen wesentlich vorsichtiger und verpflichten sich dem nachhaltigen Wirtschaften.
(Markus Spieker)