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Das Fischland ist ein verwunschener fünf Kilometer langer schmaler Küstenstreifen, der von der Künstlerkolonie Ahrenshoop bis nach Dierhagen verläuft. Einst bestand das Fischland aus mehreren kleinen Inseln, wo zwischen bunten Wiesen, leuchtenden Hagebutten und silbrigen Wäldern, zahllose Vogelarten siedelten.
Im 14. Jahrhundert schüttete die Hanse die Verbindung vom Meer zum Bodden hin zu, um dem geschützten Handelsort Ribnitz den Zugang zum Meer zu erschweren. Seither erstreckt sich ein perfekter Sandstrand friedlich unter der Sonne und in 118 QM Kilometer großen Mooren und Wäldern leben Wildschweine und Rotwild in friedlicher Koexistenz mit Kreuzottern und anderen geschützten Tierarten. In Frühling und Herbst machen hier bis zu 40.000 Kraniche auf ihren Reisen wochenlang Station. Es scheint, dass sich hier in den vergangenen Jahrhunderten kaum etwas verändert hat.
Vom Land aus mag das so wirken, wer aber vom Strand kommt, dem erscheinen die beiden weiß schimmernden Hotels wie eine Fata Morgana im Dünenmeer. Im Dorfcharakter um die Hotels verteilt, liegen reetgedeckte Luxus-Villen wie Perlen in den Dünen des Fischlandes. Von der Abgeschiedenheit des eigenen Hauses, zu Spa Anwendungen, Yoga, der erstklassigen Kinderbetreuung, dem Pool oder der Luxusgastronomie sind es nur wenige Schritte durch dem lauschigen Kiefernwald.
Das Alles ist Teil eines Luxusprojektes des Essener Bauunternehmers Eckehard Adams. Eben hat er den neuen Spa-Bereich im Strandhotel Fischland eröffnet und blickt jetzt aus der eleganten Lounge im obersten Stockwerk des Fischland Hotels in die Zukunft. Der Mann, der nie Hotelier werden wollte, sieht aus wie sein bester Gast. Braungebrannt, entspannt, glücklich.
Er ist einer, der die Arme beim Sprechen ausbreitet, wenn er erzählt, dass dort unten die längsten Reiterwege Deutschlands, neben der Lüneburger Heide und dem Allgäu liegen und dass er in Kooperation mit einem erstklassigen Gestüt, demnächst auch den Pferden seiner Gäste Unterkunft bieten kann. Und in ganz, ganz ferner Zukunft sieht er den historischen Boddendurchstich, um die Region wieder direkt an die Ostsee anzubinden und so zu ihrer einstigen Blüte zurückzuführen. »Dort entstehen dann Privatvillen mit Yachtanlegern und Golfplätzen vor der Haustür«, deutet Adams raumgreifend in die unendliche blaugrüne Natur.
Am Anfang waren die Bewohner skeptisch bei einem, der so weit reichende Visionen hat. Inzwischen ist Adams der größte Arbeitgeber und Ausbilder der Region und seine Projekte sind ein zugkräftiger Teil der regionalen Tourismuswirtschaft geworden.
»Wir kommen aus Essen und bevor wir eingeladen wurden, um uns das ehemalige SED-Gästehaus anzusehen, waren wir noch nie in dieser Gegend gewesen. Wir fuhren nach Sylt oder ins Ausland in die Ferien«, beschreibt Adams seinen ehemals blinden Fleck auf der Deutschen Landkarte. »Aber als ich durch das riesige mit Kiefern bewachsene Gelände des heutigen Strandhotel Fischland über den Dünenweg zum Strand ging, wusste ich sofort: Ja, hier werden wir etwas machen«, sagt Frau Adams.
»Investitionsfreudige Banken«, lacht der Unternehmer, »gab es 1993 hier nicht«, also verkaufte er einen Teil der Apartments, Häuser und Wohnungen, um die Sanierung zu finanzieren. Heute hat er fast alles zurückgekauft. Das heutige Dünenmeer wurde Adams vor zwei Jahren von einem Geschwisterpaar angeboten, das die laufenden Kosten nicht mehr tragen konnte. 30 Millionen investierten die Adams, um ein Spa-Hotel in die Düne zu setzen, in dem erholungsbedürftige Menschen spontan entspannen: »Nach drei Tagen hier sehen die Menschen völlig anders aus«, sagt Adams. »In so einer Stimmung kann auch gut geheiratet, getagt oder gefeiert werden«, sagt Adams. »Unser Silvesterball ist bereits legendär und das gemütliche Weihnachtsfest ist Jahre im Voraus ausgebucht.«
Das Erfolgsrezept ihrer Arbeit, liegt auf der Hand. Das Paar, das selber acht Kinder hat, baut Häuser für Menschen wie sich selber. Da ist nichts ist von der Stange, keine überholten Designklassiker, keine standarisierten Kettendetails. Alles in den Hotels der Familie Adams ist handverlesen. Besonders auffallend ist die von Frau Adams gestaltete Inneneinrichtung. »Ich wollte die Natur ins Haus holen«, beschreibt Adams ihre Idee, Formen und Farben der Umgebung in Stoffen und Möbeln zu spiegeln.
Auf die Frage, wie das Paar die Hotels führt ohne dort zu sein, lachen beide dieses ansteckend unbeschwerte Lachen: »Wir machen hier acht Wochen im Jahr Ferien und als Gast merkt man ja wohl als erstes wo es hakt und wo nicht, oder?!« »Außerdem«, sagt Adams, »haben wir mit Isolde Heinz eine Direktorin, die schon in Baden-Baden ein sicheres Händchen für komplexe Abläufe und perfekten Gästeservice bewiesen hat. Und auch die Direktorin des Dünenmeer, Frau Lohmann, weiß wie man Gästen im Luxussegment das Leben versüßt.« Das Resultat ist ein ›Sehnsuchtsraum Fischland‹ und der erreicht die Menschen. »Wir fühlen uns hier vollkommen wohl und aufgehoben«, sagt ein Berliner Galeristenpaar, das erst alleine und jetzt jährlich mit den Enkelkindern anreist. Auch die Besitzerin einer gut gehenden Werbeagentur, entflieht regelmäßig am Freitag, um Montags als neuer Mensch ins Büro zurückzukehren.
So kommt es, das der Berliner Gast nach knapp zwei Stunden Fahrt ein Glas Champagner in der Hand hält, später mit einem Sandelholzaufguss in der Sauna verwöhnt und zum Sonnenuntergang mit kulinarischen Menüköstlichkeiten verwöhnt wird, bevor er in seinem frisch aufgeschlagenen Bett zu Ruhe kommt. Eben nicht Daheim und doch zu Hause.
(Christiane Meyer-Ricks)