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Als Sabac el Cher, der kleine nubische Junge, in das Palais aufgenommen wurde, nachdem Prinz Albrecht, der Vizekönig ihn 1843 von einer Auslandsreise als Geschenk mitgebracht hatte, schaute das Gebäude bereits auf eine turbulente Vergangenheit zurück. Und das sollte bis zu seinem endgültigen Auslöschen so bleiben.
Der Boden musste bereitet werden. Die Friedrichstadt gründete sich aus der Zusammenlegung von Cölln und Berlin im Jahre 1688. Das Sumpfgebiet wurde nach und nach urbarn gemacht und Friedrich Wilhelm I, der ›Soldatenkönig‹, ließ ein bis dato einzigartiges Straßennetz anlegen. Dieses sollte für die nächsten 250 Jahre Bestand haben. Die Hauptadern bildeten die Wilhelmstraße, die Friedrichstraße und die Linden-straße.
Die südliche Friedrichstadt war zunächst das ärmliche Viertel, im Gegensatz zum nördlichen Stadtteil, der sich durch diverse Adelspalais, Regierungs und Botschaftsgebäude auszeichnete. Der König wollte der Stadt ›Residenzcharakter‹ verleihen. Wie konnte das geschehen, ohne das eigene Staatssäckel zu stark zu beanspruchen?
Baron Francois Matthieu Vernezobre, Sohn eines angesehenen Seidenhändlers aus Frankreich, beschenkt mit 4 zauberhaften Töchtern und einem stattlichen Vermögen, war auserkoren, Glanz in die Südstadt zu bringen. Der König, vorausschauend, adelte den Baron, erhob ihn zum Geheimrat und hatte kein geringeres Ansinnen, dessen Töchter mit dem einen oder anderen seiner Offiziere zu vermählen. Die adeligen Abkommen verweigerten diesen Schritt, die Repressionen auf den Vater wuchsen, so dass man sich einigte, um das Wohl der Familie zu retten, in das noch sumpfige, unerschlossene Gebiet, inmitten von Viktualienhändlern, Schlächtern und einer Rentierzucht, sein neues Zuhause zu errichten. Das Haus glich denn eher einer Festung, denn einem Schloss.
Seien Sie gespannt, die Fortsetzung folgt...
(Elke Kerkhoff)