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Im Einkauf liegt der Gewinn

Was verbindet Unternehmen wie Fielmann, Rossmann oder Aldi? Das Kapital für ihr Wachstum haben sie durch Beteiligungskapital (Private Equity, PE) bekommen, dass bank- und versicherungsnahe Beteiligungsgesellschaften zur Verfügung gestellt haben. Ein Erfolgskonzept.
Auch die Erben von Harald Quandt fingen in den 80ern an, Geld über alle Anlageklassen hinweg international zu streuen. Zusammen mit Dr. Marcel Giacometti, dem heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Gesellschaft, gründeten sie 1989 in New York Auda.

Während die bis heute im Besitz der Familie und des Managements stehende Gesellschaft zu Beginn nur Familiengelder verwaltete, öffnete sie sich Mitte der 90er auch für ausgewählte Dritte, wie Versicherungen, Banken und vermögende Familien.

Bei einem von avesco organisierten ManagementMeeting im Inge-Quandt-Haus in Bad Homburg, erklärte Auda, welche Vorteile sich für institutionelle und vermögende Privatinvestoren durch Investitionen in PE für das Gesamtvermögen entstehen.

Bei Investitionen in den PE-Primärmarkt wird eine Verpflichtung über einen definierten Anlagebetrag eingegangen. Den Anlagebetrag ruft der PE-Manager im Verlauf von fünf Jahren ab und investiert ihn in Unternehmen. In den folgenden fünf Jahren veräußert er die Anteile wieder und die Investoren erhalten ihr Kapital zzgl. des entstandenen Gewinns zurück. Das setzt ein hohes Vertrauen in den PE-Manager voraus.

Die durchschnittliche Rendite bei PE liegt deutlich über der von Aktien. Gleichzeitig liegt die Schwankungsbreite der Renditen, also das messbare Bewertungsrisiko, deutlich unter der von Aktien. Das liegt daran, dass nicht börsennotierte Beteiligungen im Durchschnitt nur mit dem 8-fachen ihres Gewinns und börsennotierte Gesellschaften aber mit dem 16-fachen des Gewinns (Kurs-Gewinn-Verhältnis) bewertet werden.

Dass die eingeschränkte Handelbarkeit von PE-Beteiligungen auch zum Dilemma werden kann, wenn sich Investoren von ihren Anlagen trennen müssen, erklärte Philipp Roesch, Leiter des europäischen PE-Geschäfts von Auda. Verkaufsdruck entsteht z.B. durch: regulatorische Vorgaben bei institutionellen Investoren, Vermögensverlusten in anderen Anlageklassen, Notsituationen oder Fusionen unter Investoren.

Hier setzt der Zweitmarkt an. Neue Investoren treten in bestehende Beteiligungen von Primärinvestoren ein. Aber damit Verkäufer und Käufer zusammenkommen, bedarf es auf der Käuferseite exzellenter Verbindungen im PE Markt. Denn Manager sind bei der Auswahl ihrer Investoren wählerisch. Nur wer über langjährige Kontakte, einen tadellosen Leumund und erstklassige Reputation verfügt, darf sich der Zustimmung des Managers bei einer Transaktion sicher sein.

Die Anleger im Zweitmarkt profitieren von niedrigen Unternehmensbewertungen und krisenbedingt hohem Verkaufsdruck der Primärinvestoren.

Diese Zweitmarktinvestoren erhalten darüber hinaus mehr Transparenz, denn sie können sehen, welche Beteiligungen bereits gekauft wurden. Dass ermöglicht eine realistische Bewertung, eine sofortige Portfoliodiversifikation verkürzt die übliche Laufzeit eines typischen PE-Fonds. Der Kapitalrückfluss erfolgt in der Regel innerhalb der ersten vier Jahre, womit der Investor früher sein eingesetztes Kapital zurückerhält. Dadurch steigt die Rendite auf das eingesetzte Kapital, die bei PE-Managern mit der Kompetenz, wie z.B. bei Auda, zweistellige Werte erreicht. Wie gesagt: Im Einkauf liegt der Gewinn.

(Oliver N. Hagedorn)