
Wenn wir von den Besten sprechen, müssen wir uns zuerst über die Parameter der Bewertung einig sein. Betrachten wir beispielsweise die Parameter Verlustvermeidung, Performance und Nachhaltigkeit der Ergebnisse, dann sind die Stiftungsfonds der Universitäten Harvard und Yale die Referenz. Harvard hat in den letzten 20 Jahren kein einziges Verlustjahr gehabt und das bei einer Performance von über 15% p.a.
Was zeichnet die Besten aus? Sie alle haben eine glasklare Vorstellung von dem was sie machen und sind äußerst diszipliniert in der Umsetzung ihrer Strategie. Harvard setzt auf wissenschaftliche Methoden und nutzt dabei alle Anlageklassen und achtet darauf, dass diese untereinander geringe Abhängigkeiten aufweisen. Zum letzten Berichtstag war man beispielsweise mit 17 % an nicht börsennotierten Unternehmen und mit 26 % an physischen Vermögenswerten, wie Rohstoffen, Land, Forst und Immobilien, beteiligt. Darüber hinaus kann sich das Harvard Stitungsmanagement auf ein Portfolio konzentrieren und muss nicht für zahlreiche Anleger individuelle Lösungen bereit halten. D.h., die ganze Expertise und Erfahrung ist auf ein einziges Mandat fokussiert.
Maßgeschneiderte Kundenportfolios gehen zu Lasten der Größe. Größe wiederum bringt Vorteile. Denken Sie nur an das Preisgefälle zwischen einem Tante Emma Laden und Aldi. Große Abnahmemengen senken den Preis. So ist es auch beim Anlagemanagement. Während Harvard direkt ein Hochhaus in New York kauft, kann der Privatanleger über eine Fondskonstruktion nur einen kleinen Anteil davon erwerben. Darüber hinaus müssen viele Zwischenstufen bezahlt werden, die die Performance schmälern.
Ein weiterer Parameter ist der Zugang zu herausragenden Produktmanagern. Hier braucht es gewachsene Verbindungen, die den meisten Vermögensverwaltern fehlen. Während bei Massenprodukten der Kunde entscheidet, wann und wie viel er investiert, ist es bei der Creme de la Creme der Investmentmanager umgekehrt. Hier wird man eingeladen zu investieren. Die hohen Einstiegssummen sind eine weitere Limitation.
Ein dritter Punkt ist der effiziente Umgang mit wenig liquiden oder illiquiden Investments. Beim sogenannten Money-Management kommt es auf die Planung, Steuerung und Kontrolle der Zahlungsströme an. Das Money-Management kostet Geld und lässt sich bei Privatanlegern nicht kostendeckend darstellen. Folglich wird zumeist auf illiquide Investments verzichtet und damit auch auf Risikosenkung und Performancesteigerung.
Ja, das ewige Dilemma.
Als erster deutscher Portfoliomanager nutzen wir das Zwei-Fonds-Theorem. Aufsetzend auf der Nobelpreis gekrönten Portfoliotheorie haben die Wissenschaftler Cass, Stiglitz und Merton bewiesen, dass man aus zwei effizienten Portfolien, einem defensiven und einem offensiven jeden beliebigen Punkt auf der Effizienzkurve generieren kann.
Was heißt effizient?
Effizient bedeutet, dass verschiedene Anlagen so lange unterschiedlich gewichtet werden, bis wir die Kombination erhalten, die bei kleinstmöglichem Risiko die höchstmögliche Performance liefert. In Abhängigkeit von den Variablen, der Performance und dem Risiko erhalten wir dann unzählige optimale Mischungen, die zusammen eine Kurve ergeben. Dabei wird deutlich, dass mit der Performance auch das Risiko, genauer gesagt die Schwankungsbreite der Performance, zunimmt. Der Algorithmus dahinter ist übrigens so komplex, dass die Anwendung der Theorie erst mit der Erfindung des Microprozessors möglich wurde.
Zurück zum Zwei-Fonds-Theorem. Es löst das Dilemma zwischen individuellen Kundenwünschen und einer höchstmöglichen Effektivität des Portfoliomanagements. Mit zwei Fonds, die jeweils in bis zu vierzig Zielfonds investieren, kann jeder beliebige Rendite-Risiko-Mix erreicht werden. Vorbei ist die Zeit von Strategieportfolien, von konservativ bis spekulativ.
Auf den ersten Blick die Kosten. Jede Fondskonstruktion muss entwickelt werden und die Kosten dafür gehen zu Lasten der Fonds. Hinzu kommen die laufenden Kosten. Allerdings kostet die Vermögensverwaltung auch bisher Geld. Die Management-Gebühr ist nun im Fonds enthalten. Die Vermögensverwaltung wird ausschließlich erfolgsbasiert vergütet. So entsteht keine Doppelbelastung.
Hinzu kommen jede Menge Ersparnisse, wie Nutzung institutioneller Tranchen bei den Zielfonds und dadurch eine Kostenersparnis von bis zu 1 % p.a., Senkung der Transaktionskosten um bis zu 80 % und Gutschrift sämtlicher Bestandsprovisionen aus den Zielfonds. Zusammen ergibt sich daraus eine Ersparnis von bis zu 2 % p.a. Unter dem Strich bezahlen unsere Kunden weniger und bekommen mehr. Die Fonds sind monatlich handelbar. Das kann von einigen Kunden als Nachteil empfunden werden. Unseres Erachtens wird sie aber durch die damit verbundenen Vorteile mehr als kompensiert. Unsere Fonds dürfen bis zu 20 % ihres Vermögens in nicht fungible Anlagen investieren. Wir können also beispielsweise in nicht börsennotierte Unternehmen investieren, so wie es Harvard aber auch sehr vermögende Familien, wie Oetker oder Quandt, machen. Wo können Sie schon in so attraktive Anlageklassen investieren und gleichzeitig monatlich über Ihr Geld verfügen?
Nun, zum einen hatten wir nicht genügend Anlagevolumen, um die oben beschriebenen Vorteile auch zu nutzen. Weiterhin wurde erst 2007 der gesetzliche Rahmen geschaffen, der neben der Sicherheit eines Sondervermögens auch die Flexibilität bei der Auswahl der Anlageklassen und deren Gewichtung bietet. Notwendige Voraussetzungen, um die Anlageprinzipien von Harvard umzusetzen. Außerdem braucht es Zeit, um den richtigen Partner, die Credit Suisse, und Mitarbeiter für ein so komplexes Projekt an Bord zu holen.
Sie ist ab 1. Januar 2009 gültig, betrifft alle Privatanleger, beträgt 26,5 % inkl. Soli und bringt Vor- und Nachteile. Grundsätzlich sollte sich jeder Anleger zuerst der wirtschaftlichen Perspektive einer Anlage zuwenden bevor er die steuerliche Seite würdigt. Passt die wirtschaftliche Perspektive - gut. Kommt noch ein Steuervorteil hinzu, so wie bei den avesco-Sondervermögen - umso besser. Wer dieses Jahr investiert und die Anlage mindestens zwölf Monate behält, kann den Gewinn beim Verkauf steuerfrei einstreichen. Wer nächstes Jahr investiert, muss vom Gewinn 26,5 % Steuern zahlen. Da die Spekulationsfrist ab 2009 entfällt, werden auch alle Gewinne, die bei Umschichtungen anfallen, zukünftig besteuert.
Auf Umschichtungen kann leider nicht verzichtet werden, da sich ohne sie die Struktur des Vermögens im Verlauf verändern würde. Ein Anleger, der je hälftig in Aktien und Renten investiert, wird durch die Kursentwicklungen zunehmend einen höheren Aktienanteil im Depot haben. Damit erhöht sich auch das Risiko, was nicht in seinem Interesse liegen kann. Die Umschichtungen in ein Sondervermögen zu verlagern macht also Sinn und spart langfristig bis zu 30 % Steuern auf das Vermögen.
(Eduard Kolberg)