
Es gibt Menschen, die tun was. Der Dichter Fernando Renandó zum Beispiel veranstaltet in Medellin, der gefährlichsten Stadt der Welt, ein Poesie Festival. Maude Barlow und Tony Clarke kämpfen gegen die Privatisierung der Trinkwassernutzung. Der Direktor des Max-Planck-Instituts, Hans-Peter Dürr, forscht an der friedlichen Nutzung von Hochtechnologien und die Anwältin Felicia Langer verteidigte Palästinenser vor Israelischen Militärgerichten.
Um die Arbeit dieser Menschen zu unterstützen, lud avesco-Gründer Oliver N. Hagedorn den Stifter des alternativen Nobelpreises Jakob von Uexküll dazu ein, den ›Right Livelihood Award‹ einer kleinen Gruppe von Meinungsbildnern in einem Experttalk vorzustellen. Die Stiftung zeichnet Menschen aus, die an Widerständen wachsen, anstatt zu verzagen. Seit 1980 gab es 89 Preisträger des ›Alternativen Nobelpreis‹, darunter zum Beispiel der ägyptische Architekt Hassan Fathy, der traditionelle Lehmgebäude propagierte, der Amerikaner Stephen Gaskin - der Begründer des ersten öko-Dorfes oder der Australische Photovoltaik-Experte Martin Green.
»Für alle großen Probleme gibt es Lösungen«, sagt Jakob von Uexküll beim Experttalk in der avesco Bibliothek. »Aber ich musste feststellen«, so der Deutsch-Schwede weiter, »dass viele dieser Lösungen nicht ernst genommen wurden.« Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis trugen Jakob und sein Neffe Ole von Uexküll der erlesenen Gästeschar vor. »Ich bin Schwede«, sagte der ehemalige Briefmarkenhändler »und ich dachte, mit einem Nobelpreis wird man ernst genommen.« Er bot der Nobelpreisstiftung an, einen Preis für Umwelt und Armutsbekämpfung zu stiften. Sein Vorschlag wurde abgelehnt und von Uexküll verkaufte seine wertvolle Briefmarkensammlung, um den ›Right Livelihood Award‹ – den so genannten alternativen Nobelpreis zu gründen. »Jeder Mensch kann jeden für einen alternativen Nobelpreis vorschlagen außer sich selbst«, beschreibt Jakob von Uexküll die Regeln, nach denen der alternative Nobelpreis vergeben wird. »Wir haben keinen Filter und denken nicht in Kategorien«, sagt von Uexküll. Für viele der Preisträger bedeutet die Auszeichnung neben dem Geld auch Sicherheit. Dank ihrer plötzlichen Prominenz bleiben die Preisträger von Haft, Folter oder Tod verschont. Auch ihre Glaubwürdigkeit und die ihrer Projekte wachsen, wenn lokale Zeitungen über internationale Anerkennung von Projekten in der Region berichten.
Abschließend bietet Jakob von Uexküll den Gästen noch einen Blick auf seine persönliche Zukunftsversion! Einen Weltzukunftsrat, bestehend aus den ›Best Minds on the Planet‹. »Ich habe viele Visionen«, sagt von Uexküll »aber die wichtigste ist die Wiederherstellung der Vielfalt gegen die globale Monokultur und die Mentale Monokultur.«
Wenn auch Sie die Arbeit des Jakob von Uexküll unterstützen möchten, finden Sie Informationen unter www.rightlivelihood.org
(Christiane Meyer-Ricks)